Der Start war ideologiefrei: Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD), bis zur Gründung der DDR höchstes Regierungsorgan in der Sowjetischen Besatzungszone, ließ ihre für den Medienbereich zuständigen Kontrolloffiziere Grünes Licht gegeben: "Spielen Sie, was den Leuten gefällt!", ermunterten sie die Musiker. Nach zwölf Jahren "Swing tanzen verboten!" gefiel den Leuten eben gerade Jazz und Swing.
Welche Impulse aus welchem Deutschland kamen, war zu Beginn der Bigband-Ära made in GDR nicht immer zu erkennen - viele Musiker und Vokalisten traten mal hüben und dann drüben auf. Man teilte sich Künstler wie den hochpopulären Berlin-Charmeur Bully Buhlan oder Heinrich Riethmüller - später musikalisches Rückgrat von Hans Rosenthal. Rita Paul, Macky Kaspar, Werner Schmah oder das Radio Berlin Tanzorchester.
Produziert wurden die ersten Schallplattenaufnahmen im Funkhaus Masurenallee im Berliner Westsektor, das kurioserweise anfänglich noch unter russischer Verwaltung stand. Und wenn die Rosinenbomber das Gebäude überflogen, mussten die Aufnahmen gestoppt werden. Als aber das Tanzorchester Berlin unter Günter Gollasch 1957 seine heißen Swing "Trompetismen" einspielte, wurden die Aufnahmen im Vier-Trompeten-Sound nicht mehr gestört.
In der Sendung am Pfingstsonntag, den 23. Mai 2010 um 8.05 Uhr, präsentierte Deutschlandradio Kultur Persönlichkeiten, Geschichten und vor allem Musik aus der vitalen DDR-Bigband-Szene.

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